Empfohlen

Thomaskirche geöffnet

Wir freuen uns, wieder mit Ihnen Gottesdienst zu feiern zur gewohnten Zeit in der Thomaskirche um 10.00 Uhr (bzw. Familiengottesdienste um 11.00 Uhr).

Der Kirchenvorstand hat ein Sicherheitskonzept beschlossen, dem wir alle folgen müssen. Dazu gehört:

  • Bitte besuchen Sie den Gottesdienst nicht, wenn Sie Erkältungs- oder grippeähnliche Symptome haben.
  • Bitte nehmen Sie den Sitz ein, der Ihnen vom Kirchenvorsteher gezeigt wird. Nur die Plätze, auf denen ein Gottesdienstblatt liegt, können belegt werden.
  • Ab sofort sind auch in Gottesdiensten medizinische Masken zu tragen. Bei Bedarf wenden Sie sich gerne an den Kirchenvorstand. Bitte behalten Sie Ihre Maske während des Gottesdienstes auf.
  • Bitte halten Sie auch beim Ein- und Ausgang einen Abstand zu anderen Gottesdienstbesuchern von mindestens 2 Metern.
  • Bitte singen Sie bei den „Liedern ohne Worte“ nicht mit. Singen ist leider nicht erlaubt.
  • Bitte notieren Sie nach dem Gottesdienst Ihren Namen und Ihre Anschrift auf diesen Zettel und lassen Sie ihn auf Ihrem Platz liegen. (Wir sammeln die Blätter, verschließen sie in einem Umschlag und bewahren sie etwa drei Wochen auf für den unwahrscheinlichen Fall, dass eine Infektion dokumentiert werden muss.)

Wir danken Ihnen für die Beachtung und für Ihr Verständnis!

Der Kirchenvorstand der ev. Thomaskirchengemeinde

500 Jahre Reformationsjubiläum – Wormser Reichstag 1521

Vor genau 500 Jahren, im April 1521, machte sich Martin Luther von Wittenberg aus auf den Weg durch Thüringen, Hessen und Rheinhessen nach Worms, wo er vor dem dortigen Reichstag den Widerruf seines Standpunkts verweigerte. Der Reformator verließ die Stadt als Geächteter des Kaisers und reiste wieder zurück nach Thüringen, zur Wartburg.

“Hier gehe ich, ich kann nicht anders” (frei nach Luther)

Unsere für den 24. April 2021 geplante Pilgerwanderung nach Worms können wir aufgrund der geltenden Corona-Bestimmungen nun nicht gemeinsam unternehmen. Stattdessen laden wir Sie ein zu einer individuellen Pilgerwanderung zwischen Wiesbaden und Worms, bei der Sie sich ein Wegstück selbst aussuchen und in der nächsten Zeit, wann sich Ihnen die Gelegenheit bietet, erwandern: etwa auf dem RheinTerrassenweg durch die Weinberge von Nackenheim zur Katharinenkirche in Oppenheim oder von der Bergkirche von Osthofen zum Landschaftspark von Schloss Herrnsheim weiter  in Worms zum Dom, zum Luther-Denkmal oder zum jüdischen Friedhof…

Genaue Etappenvorschläge – vom Spaziergang bis zum Tagesausflug – finden Sie unter www.lutherweg1521.de  und www.rheinhessen.de/rheinterrassenweg

https://www.lutherweg1521.de

Schicken Sie ein Foto Ihrer Wanderung an neumann-klausphilipp@t-online.de. Wir setzen unseren Pilgerweg als gemeinsame Fotostrecke auf www.thomasgemeinde.de. Alle, die ein oder mehrere Fotos einschicken, bekommen als Dankeschön eine Flasche vom Weinberg der EKHN in Nierstein. 

Wir freuen uns auf Ihre Entdeckungen!

(Fotos: Klaus Neumann)

Predigttext für den Sonntag Quasimodogeniti, 1. Sonntag nach Ostern, 11. April 2021

Danach offenbarte sich Jesus abermals den Jüngern am See von Tiberias. Er offenbarte sich aber so: Es waren beieinander Simon Petrus und Thomas, der Zwilling genannt wird, und Nathanael aus Kana in Galiläa und die Söhne des Zebedäus und zwei andere seiner Jünger. Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sprechen zu ihm: Wir kommen mit dir. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot, und in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es aber schon Morgen war, stand Jesus am Ufer, aber die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sprach zu ihnen: Werft das Netz aus zur Rechten des Bootes, so werdet ihr finden. Da warfen sie es aus und konnten’s nicht mehr ziehen wegen der Menge der Fische. Da spricht der Jünger, den Jesus lieb hatte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte: »Es ist der Herr«, da gürtete er sich das Obergewand um, denn er war nackt, und warf sich in den See. Die andern Jünger aber kamen mit dem Boot, denn sie waren nicht fern vom Land, nur etwa zweihundert Ellen, und zogen das Netz mit den Fischen. Als sie nun an Land stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer am Boden und Fisch darauf und Brot. Spricht Jesus zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt! Simon Petrus stieg herauf und zog das Netz an Land, voll großer Fische, hundertdreiundfünfzig. Und obwohl es so viele waren, zerriss doch das Netz nicht. Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl! Niemand aber unter den Jüngern wagte, ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten: Es ist der Herr. Da kommt Jesus und nimmt das Brot und gibt’s ihnen, desgleichen auch den Fisch. Das ist nun das dritte Mal, dass sich Jesus den Jüngern offenbarte, nachdem er von den Toten auferstanden war. (Evangelium des Johannes 21, 1-14)

Wenn man dieser Tage nicht gerade im Krankenhaus oder im Supermarkt beschäftigt ist, auch nicht zufällig im Bundekanzleramt benötigt wird, kann einem die Zeit lang, manchmal sehr lang werden. Vieles, was wir sonst täten, geht halt nicht. Also suchen wir uns andere Beschäftigungen: Kelleraufräumen, im Garten Wühlen, Yoga Turnen, Vogelstimmen Lernen, den Sternenhimmel Betrachten. Nicht alles macht gleich viel Spaß, aber manches ist toll und das meiste allemal sinnvoller als sich eine Corona-Kugel anzufuttern oder den Weinkeller zu leeren.

Unser Nachbar und mein lieber Kollege von der Bergkirche hat zum Beispiel ganz begeistert von seinem Angelschein erzählt, den er vor kurzem gemacht hat und er verbringt nun ungefüllte Pandemiestunden am Teich und fängt Fische. Das muss der ihm nicht neiden, der seine Begeisterung nicht teilt und die Angelei für den unerreichten Gipfel der Langeweile hält, aber ihm tut es gut und er kann sich für sein neues Hobby zurechnen, dass es einen engen Bezug zum Leben Jesu und seiner Jünger hat, die aus Fischern zu Menschenfischern wurden: Petri Heil!

Auch in unserer nachösterlichen Geschichte heute geht es um Fischer und Menschenfischer: Ich gehe fischen, sagt Petrus und die anderen antworten: Wir kommen mit dir. Auch sie erleben gerade so einen merkwürdigen Schwebezustand, den wir gut kennen, in dem das Leben weitergeht aber nicht richtig wie vorher und man auch nicht weiß, wie es weitergehen wird. Das Ich gehe fischen des Petrus könnte auch aus Langeweile gesprochen sein, oder aus dem Gefühl, das wir ganz gut kennen, dass wir irgendwas halt tun müssen, warum nicht fischen; besser als rumsitzen!Und so wie viele unserer Pandemiehobbies nicht nur den Sinn haben, die Zeit zu vertreiben, sondern auch Normalität vorzubereiten oder zumindest Normalität zu spielen – Haus, Garten und Körper Aufräumen oder die Natur Betrachten sind geradezu erschreckend normal – hat ja auch die Idee des Fischers und Menschenfischers Petrus – Ich gehe fischen – ganz und gar nichts Unnormales an sich: ein Fischer geht fischen; was denn sonst?

Die geradezu bestürzend normale Idee des Petrus setzt aber eine Folge von Ereignissen in Gang, die alles andere als erwartbar ist; d.h. zunächst schon, denn dass Fischer auch mal nichts fangen, gehört zum Berufsrisiko, kommt also vor; damit muss gerechnet werden. Wenn es einen Grund gibt für die Faszination des Angelns, dürfte es ja gerade der nicht völlig vorhersagbare Erfolg oder Misserfolg sein – der aber bei der berufsmäßigen Fischerei zur existentiellen Bedrohung werden kann, wenn etwa Überfischung oder Klimawandel oder Fischereiverträge mit für mich ungünstigen Fangquoten zu dauerhaftem Misserfolg führt.

Von alldem ist gar nicht die Rede, wohl aber von einem zunächst unbekannten, unerkannten Ratgeber – auch die finden sich mit ihren wertvollen aber ungebeten Tipps unweigerlich ein, wenn einer angelt. Dieser Ratgeber hier fordert Petrus und die seinen auf, es halt noch einmal zu versuchen. Auch sein Tipp folgt nicht gerade den Regeln der Fischereiwissenschaft (kann man sogar studieren) denn es ist schon Morgen und damit nicht mehr die rechte Zeit fürs Netze Auswerfen. Petrus und die seinen folgen dennoch dem Rat, sie haben ja nichts Besseres zu tun und dann passiert es: Das Netz ist übervoll, genau 153 Fische haben sie gefangen!

Die Zahl 153 ist hier sicherlich symbolisch gemeint und ohnehin eine faszinierende Zahl; allein schon mathematisch: sie ist die Dreieckszahl zur Basis 17, das heißt, sie entspricht der Summe der Zahlen von 1 bis 17; sie ist außerdem die Summe der Fakultäten von 1 bis 5; sie ist die kleinste Zahl deren Summe der Kuben ihrer einzelnen Ziffern wieder 153 ergibt: 1+125+27=153; sie ist die Summe aus 144, dem 12. Funktionswert der Fibonacci-Folge und der Quersumme von 144 (Quelle: Wikipedia zu Hunderdreiundfünfzig). Auch wenn man eigentlich – wie ich – keine Ahnung von Mathematik hat – worauf ich nicht stolz bin – kann sie einen faszinieren.

Auch biblisch-religiös fasziniert diese Zahl, nicht zuletzt wegen unserer Geschichte: Der Kirchenvater Hieronymus erwähnt in Auslegung von Hesekiel 47 unter Berufung auf unsere Stelle, dass griechische Zoologen seiner Zeit die Zahl aller Fischarten mit 153 angäben. An diesem Prophetenwort wird von einem reichen Fischfang berichtet, zwischen den Orten En Gedi und En Eglajim, wobei der Zahlenwert von Gedi 17, der von Eglajim 153 ist.

Insgesamt kann man davon ausgehen, dass die 153 hier einen überaus reichen Fang symbolisiert; und zwar nicht nur als Fischfang, sondern als Menschenfischfang. Hier in der nachösterlichen Geschichte zeigt sich gleichnishaft die Aufgabe der Jünger: Werft das Netz aus! Oder in den letzten Worten des Auferstandenen nach Matthäus: Gehet hin und lehret alle Völker, taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende (Matthäus 28,20).

Außer mit dem Auftrag das Netz auszuwerfen und Menschen zu fischen, beschäftigt sich unsere Geschichte mit dem schwierigen Problem der nachösterlichen Anwesenheit bzw. Abwesenheit des Herrn Jesus. Wie durchweg wird Jesus auch hier am See Genezareth in seinem Auferstehungsleib nicht gleich erkannt, seine Gestalt ist fremd, er ist zwar leiblich da, aber nicht in dem Leib, den seine engsten Vertrauten kennen; d.h. der irdische Jesus, wie er bis zu seinem Kreuzestod gelebt hat, lebt nicht mehr. Sein gewohntes, bisheriges Leben ist vorbei – aber in einem neuen Leib, in einem neuen Leben ist er bei uns alle Tage bis an der Welt Ende.

Anwesend ist der abwesende Jesus in seiner Gastfreundschaft, in seiner Hilfsbereitschaft zum gelingenden Leben, in seinem Wort und in seinem Sakrament: Kommt und haltet das Mahl! Umso schmerzhafter trifft uns der Verzicht auf das gemeinsame Mahl in diesen Zeiten; der Verzicht auf das Mahl mit den Freunden, die wir nicht treffen können, aber auch das Mahl in der Gemeinde, das wir nun bis auf wenigste Ausnahmen seit gut einem Jahr nicht mehr in der Gemeinde gefeiert haben. Heißt das, dass wir Jesus, dem Herrn, nicht begegnen?

Hoffentlich nicht, denn das steht ja auch in unserer Geschichte, dass wir Jesus begegnen – nein: dass Jesus uns aufsucht! – an Orten und zu Zeiten, an denen wir das nicht erwarten; an denen wir ihn zuerst gar nicht bemerken; an denen wir nie und nimmer mit ihm gerechnet hätten. Warum sollte er uns eigentlich nicht in diesem seltsamen Schwebezustand begegnen können und wollen, in dem wir uns gerade befinden; in dem wir nicht wissen wie es weitergeht und in dem wir nicht wissen, wann er ein Ende hat.

Das sollen wir heute hören: Es wird den Moment geben, dass Jesus uns aufsucht, völlig unerwartet, unerkannt, aber doch so, dass wir hören und verstehen: Werft das Netz aus! Bringt von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt! Kommt und haltet das Mahl! Amen.

500 Jahre Josquin Desprez († 1521)

Ob es Ludwig XI. oder Ludwig XII. war, dem Josquin, der wohl größte Komponist der Renaissance, einen Streich spielte, ist auch nach 500 Jahren noch nicht völlig geklärt. Auf jeden Fall war es der französische König persönlich, der den Meister um eine eigene Gesangspartie bat: er wolle bei einer Aufführung gerne einmal mitsingen. Josquin tat, wie ihm befohlen. Allerdings hielt er von den sanglichen Qualitäten des Königs so wenig, dass er dessen Stimme nur auf einem einzigen Ton komponierte.

Wer sich so etwas traut, weiß um seinen Wert. Nicht nur wegen seines kantigen Charakters wird Josquin oft mit Beethoven verglichen. Josquins Erneuerungen der frankoflämischen Vokalpolyphonie strahlten weit voraus bis hin zu J.S. Bach. Zwar sind die Stationen seines Lebens – St. Quentin, Aix-en-Provence, Paris, Mailand bei Kardinal Ascanio Sforza, Sixtinische Kapelle in

Rom, Mailand, Ferrara, zurück nach Nordfrankreich – nicht lückenlos rekonstruierbar. Aber einiges gilt doch als gesichert, z.B. dass Josquin 1503 in Ferrara als Kapellmeister am Hofe des Herzogs Ercole I. d’Este mit 200 Dukaten das höchste Gehalt verhandelte, das je ein Musiker dort erhalten hatte. Für den Herzog, eine schillernde, Pracht liebende Persönlichkeit, schrieb er eine ebenso prachtvolle Messe, die “Missa Hercules dux Ferrariae”. Schon zu Lebzeiten war sein Vorname in aller Munde, bei Herrschern, Musikern und Dichtern. In Italien verglich man ihn posthum mit Michelangelo. Als erstem Komponisten der Musikgeschichte wurde ihm ein Individualdruck seiner Messen mit dem hochmodernen Notendruckverfahren mit Metalllettern gewidmet. Eine größere Ehre gab es nicht.

Zu Josquins berührendsten Werken zählt die französische Trauermotette über den Tod Ockeghems, der 1497 an der damaligen Pandemie, der Pest, verstarb. Die “déploration de la mort de Jehan Ockeghem” imitiert mit fünf Stimmen den Stil des älteren Komponisten in unablässig ineinanderfließenden Linien über einem Cantus firmus aus dem Introitus “Requiem aeternam”. Ein pures Meisterwerk ist die “Missa Pange Lingua” für vier Gesangsstimmen. In der Regel singen höchstens drei Sänger je eine Stimme. Allen fünf Sätzen (Kyrie, Credo, Gloria, Sanctus und Agnus Dei) liegt der gleichnamige Hymnus von Thomas von Aquin zugrunde. Größere und kleinere Fragmente der berühmten Melodie ziehen sich nach den komplexen Regeln des Kontrapunkts echoartig durch das gesamte Stück. Gleichzeitig lässt Josquin kaum eine Gelegenheit der expressiven Ausdeutung des Textes durch die Musik aus und verleiht ihm dadurch noch mehr Tiefe. Mit Josquin setzt die Kunst der musikalischen Interpretation des Textes, später ein Hauptmerkmal des Barock, ein.

Luther schätzte Josquins Musik sehr und kannte sie in Form von Lautentabulaturen, also Transkriptionen von polyphonen Gesangsstücken für Zupfinstrumente. In den Tischreden schrieb er über den Nordfranzosen, der selbst nie in Deutschland gewesen war: “So hat Gott das Evangelium auch durch die Musik gepredigt, wie man an Josquin sieht.”

Anne Sophie Meine

CD-Tipps: The Tallis Scholars sing Josquin, Label Gimell 2015, mit “Missa Pange Lingua”; The Hilliard Ensemble: Missa Hercules Dux Ferrariae, Motets & Chansons, Label Plg Classics Warner 2004, mit “La déploration de la mort de Jehan Ockeghem”.

Seid barmherzig, wie auch euer Vater im Himmel barmherzig ist

Jesus Christus spricht:
Seid barmherzig, wie auch euer Vater im Himmel barmherzig ist.
(Lukasevangelium 6,36; Jahreslosung für das Jahr 2021)

Es versteht sich nicht von selbst, dass wir Gott für barmherzig und schon gar nicht, dass wir ihn für einen barmherzigen Vater halten. Gerade in Zeiten der Seuche könnte man ja auch auf das Gegenteil kommen, dass er grausam wäre, ein grausamer Herrscher, der uns Menschlein mit harter Hand straft und prüft und uns zeigt, wer der Herr ist. Es soll ja sogar solche Väter gegeben haben, die ihre Kinder mit harter Hand erziehen, getreu dem Bibelwort: „Wen der Herr lieb hat, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt.“ (Hebräerbrief 12,6 nach Sprüche 3,12) Und es soll sogar Theologen gegeben haben, die diese Form der schwarzen Pädagogik als die höhere Barmherzigkeit verkauften, Pfui Teufel!

Wahr bleibt, dass weder Gottes Barmherzigkeit am Lauf der Welt ablesbar ist (was die Bibel übrigens auch nicht behauptet; wohl aber gibt es historische Momente göttlicher Barmherzigkeit!), noch dass alle real existierenden Väter zum Bild der Barmherzigkeit taugen (was ebenfalls den Autoren der Bibel nicht entgangen ist; wohl aber erzählen sie und nicht nur ausnahmsweise von löblichen Beispielen!). Dennoch wissen wir, auch wenn wir selbst keinen solchen erlebt haben sollten, was mit der väterlichen Barmherzigkeit gemeint ist und nicht umsonst hat sich in der Bibel das Gottesbild „Vater“ weithin durchgesetzt – nach eher zurückhaltenden Anfängen im Alten Testament hin zur dominanten Metapher bei Jesus, der uns seinen Vater im Himmel als unseren Vater zu glauben gibt: „Vater unser im Himmel …“

Was genau ist mit der väterlichen, genauer (wie gleich zu sehen ist): elterlichen Barmherzigkeit gemeint, mit der uns Gott begegnet und mit der wir anderen begegnen sollen? Barmherzigkeit ist eher Kraft als bloße Eigenschaft, und zwar die, die von sich selbst absieht und anderes Leben schenkt: einem anderen seiner selbst Platz zum Leben einräumt. Das wird bildlich überdeutlich sichtbar an einem der vielen Begriffe für Barmherzigkeit in der Hebräischen Bibel, der nämlich zugleich auch Mutterleib bedeutet.

Natürlich ist Barmherzigkeit als das Geschenk des Lebens nicht zuerst oder vor allem biologisch gemeint, sondern umfassend als Selbstzurücknahme, als Verzicht auf eigene Ansprüche zugunsten eines anderen, der seine Ansprüche nicht anmelden, geschweige denn durchsetzen kann. Der Barmherzige gibt von dem, was er zu viel hat, einem anderen, der davon zu wenig hat. Das müsste er nicht – aber vielleicht doch und deshalb hat die Bibel Alten Testaments neben die großen Bereiche des Straf- und des Kultgesetzes den nicht geringeren des Erbarmensgesetzes gesetzt, dessen Grund und Auftrag unser Bibelwort zusammenfasst: Seid barmherzig, wie auch euer Vater im Himmel barmherzig ist.

Barmherzigkeit ist nach biblischem Verständnis nicht die philanthropische Kür der Privilegierten, die sie sich leisten können, sondern von Gott auferlegte Pflicht, sich von der Bedürftigkeit anderer anrühren zu lassen und mit ihnen die eigenen Lebensmöglichkeiten zu teilen. Sie ist der für eine gelingende Gesellschaft unverzichtbare Verzicht auf eigene Privilegien zugunsten von Solidarität mit denen, die weniger vom Leben haben, damit auch die leben können.

Klaus Neumann, Pfarrer

Kirchenvorstandswahl 2021

Am Sonntag, 13. Juni 2021, findet in der Evangelischen Thomaskirchengemeinde die Kirchenvorstandswahl statt. Das Wahllokal im Gemeindehaus, Richard-Wagner-Str. 88, ist am Wahltag von 11.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.

Folgende Kandidatinnen und Kandidaten stellen sich als Team zur Wahl. Erstmals ermöglicht ein neues Kirchengesetz, ein Team zum Wahlvorschlag zu bringen, das gemeinsam gewählt werden kann.

Hier finden Sie nähere Informationen zum Ablauf:

Anfang Mai erhalten Sie eine Wahlbenachrichtigungskarte per Post. Sie zeigt Ihnen, dass Sie in der Wählerkartei der Evangelischen Thomaskirchengemeinde erfasst sind. Sollten Sie eine solche Karte nicht erhalten haben (z.B. weil Sie erst nach dem 25. März zugezogen oder aus einem anderen Grund nicht erfasst sind) können Sie wählen, wenn Sie glaubhaft machen können, dass Sie Mitglied der Gemeinde sind (z.B. durch eine Kopie des Meldeformulars). Wahlberechtigt sind alle, die am Wahltag das 14. Lebensjahr vollendet haben. Sollten Sie am Wahltag verhindert sein, können Sie bis zum 11.6. schriftlich oder mündlich eine Briefwahl im Gemeindebüro beantragen. Sie bekommen dann den Briefwahlschein und Ihren Stimmzettel zugeschickt. Sollten Sie am Wahltag kurzfristig verhindert sein, z.B. wegen Krankheit, bekommen Sie den Briefwahlschein bis 12.00 Uhr beim Wahlvorstand im Wahllokal. Auf jeden Fall muss der Briefwahlschein mit Stimmzettel spätestens bis zum Ende der offiziellen Wahlzeit beim Wahlvorstand eingegangen sein. 

Lebendiger Adventskalender 2020

Eine ökumenische Aktion von St. Mauritius und der Ev. Thomasgemeinde

Die Adventsvespern finden jeweils um 19.00-19.15 Uhr statt.           

Sa, 28.11. Adventsvesper auf dem Kirchplatz von St. Mauritius

 Hedi Seidler

Sa, 5.12.  Adventsvesper auf dem Kirchplatz von St. Mauritius

                  Pastoralreferent Stefan Herok

Sa, 12.12. Adventsvesper vor der Thomaskirche

                  Pfarrer Dr. Klaus Neumann und Akkordeon-Ensemble

Sa, 19.12.  Adventsvesper auf dem Kirchplatz von St. Mauritius

                  Hedi Seidler

So, 20.12. Waldweihnacht der Thomasgemeinde 

                  an der Feldkapelle Beginn: 17.00 Uhr !

                  Gemeindepädagoge Achim Hoock

(Wir bitten Sie, die Waldweihnacht an der Feldkapelle nur mit Voranmeldung und Bestätigung unter Achim.Hoock@ekhn.de zu besuchen. Vielen Dank für Ihr Verständnis.)

Aufgrund der neuen Kontaktbeschränkungen findet unser Lebendiger Adventskalender nun in veränderter Form, auf zweierlei Weise statt: als kurzer Gottesdienst zu den untenstehenden Terminen sowie als Adventslicht-Aktion von Tür zu Tür wie bei einem Staffellauf. Dabei wird unser Adventslicht jeweils von einem unserer Gastgeber zum nächsten getragen und ins Fenster gestellt. Von jeder Weitergabe wird ein Foto auf der Homepage veröffentlicht. 

Die Gastgeber sind: Pfarrer Dr. Klaus Neumann, Pastoralreferent Stefan Herok, Gemeindepädagoge Achim Hoock, Frau Seidler, Frau Wenning, Herr und Frau Schirmer, Familie Bönhof, Familie Neumann, Frau Meine, Frau Blaudow, Frau Giannecchini, Frau Gutzeit, Frau Jaschke, Frau Sünderhauf, Herr Sauer, Herr Grau, Frau Kliegel, Frau Kessler, Frau Jäger und Frau Sassin.

Wir wünschen Ihnen allen eine gesegnete Adventszeit!

Bitte beachten Sie die geltenden Hygienevorschriften:  1,5 m Abstand, mit Maske, nicht singen, und bitte mit eigenem Stift in die Teilnehmerliste eintragen. Änderungen sind jederzeit vorbehalten und werden rechtzeitig in den Schaukästen und auf dieser Homepage angekündigt.