Empfohlen

Thomaskirche geöffnet

Wir freuen uns, wieder mit Ihnen Gottesdienst zu feiern!

Ab Juni feiern wir wieder zur gewohnten Zeit in der Thomaskirche um 10.00 Uhr (bzw. Familiengottesdienste um 11.00 Uhr).

Der Kirchenvorstand hat ein Sicherheitskonzept beschlossen, dem wir alle folgen müssen. Dazu gehört:

  • Bitte besuchen Sie den Gottesdienst nicht, wenn Sie Erkältungs- oder grippeähnliche Symptome haben.
  • Bitte nehmen Sie den Sitz ein, der Ihnen vom Kirchenvorsteher gezeigt wird. Nur die Plätze, auf denen ein Gottesdienstblatt liegt, können belegt werden.
  • Ab sofort sind auch in Gottesdiensten medizinische Masken zu tragen. Bei Bedarf wenden Sie sich gerne an den Kirchenvorstand. Bitte behalten Sie Ihre Maske während des Gottesdienstes auf.
  • Bitte halten Sie auch beim Ein- und Ausgang einen Abstand zu anderen Gottesdienstbesuchern von mindestens 2 Metern.
  • Bitte singen Sie bei den „Liedern ohne Worte“ nicht mit. Singen ist leider nicht erlaubt.
  • Bitte notieren Sie nach dem Gottesdienst Ihren Namen und Ihre Anschrift auf diesen Zettel und lassen Sie ihn auf Ihrem Platz liegen. (Wir sammeln die Blätter, verschließen sie in einem Umschlag und bewahren sie etwa drei Wochen auf für den unwahrscheinlichen Fall, dass eine Infektion dokumentiert werden muss.)

Wir danken Ihnen für die Beachtung und für Ihr Verständnis!

Der Kirchenvorstand der ev. Thomaskirchengemeinde

Predigttext für den Sonntag Invokavit, erster Sonntag in der Passionszeit, 21.2.21

Als Jesus das gesagt hatte, wurde er erregt im Geist und bezeugte und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten. Da sahen sich die Jünger untereinander an, und ihnen wurde bange, von wem er wohl redete. Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Tische lag an der Brust Jesu, den hatte Jesus lieb. Dem winkte Simon Petrus, dass er fragen sollte, wer es wäre, von dem er redete. Da lehnte der sich an die Brust Jesu und fragte ihn: Herr, wer ist’s? Jesus antwortete: Der ist’s, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er nahm den Bissen, tauchte ihn ein und gab ihn Judas, dem Sohn des Simon Iskariot. Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du tust, das tue bald! Niemand am Tisch aber wusste, wozu er ihm das sagte. Denn einige meinten, weil Judas den Beutel hatte, spräche Jesus zu ihm: Kaufe, was wir zum Fest nötig haben! oder dass er den Armen etwas geben sollte. Als er nun den Bissen genommen hatte, ging er alsbald hinaus. Und es war Nacht. (Evangelium des Johannes 13,21-30)

Neulich hat ein britischer Mathematiker ausgerechnet, dass alle Corona-Viren, die zu einem bestimmten Zeitpunkt auf der ganzen Welt gerade zirkulieren, in eine Cola-Dose passen, eigentlich reicht sogar eine halbe Coladose. Das erinnert einerseits an die berühmten mittelalterlichen Theologendispute (die es vielleicht gar nicht gab) über die Zahl der Engel, die auf einer Nadelspitze Platz finden. Toll, dass das einer berechnet, aber irgendwie sinnlos, zumal die Existenz von Engeln bestritten werden kann – die von Viren leider und idiotischerweise bekanntlich auch – und beiden eine gewisse, dem Alltagsverstand unzugängliche Körperlosigkeit eignet, die in keinem Verhältnis zu ihren Wirkungen steht – zum Guten die einen, zum Bösen die anderen. Ob Engel sich auf Nadelspitzen tummeln, bleibt spekulativ, aber dass die Corona-Viren längst ihre Cola-Büchse der Pandora verlassen haben, was immer die ist und wo immer die geöffnet wurde, und nun milliardenfach als nanometergroße apokalyptische Reiter, als wildes Heer in den letzten Winkel der Erde rasen – das aber ist schmerzhaft bekannt: so klein und schon so böse!

Auch der gefallene Engel, der Teufel – als es ihn noch gab – konnte sich klein machen, wie wir mit unserem: Der Teufel steckt im Detail, immer noch exorzistisch korrekt bekunden, und er konnte quasi körperlos seine Bosheit exekutieren, wie wir heute in unserem überaus merkwürdigen Predigttext lesen; so klein, dass er dem Judas in den Mund fährt, so körperlos, dass das niemand der zu Tische Liegenden sieht. Und das ist ja – neben ihrer Zerstörungswut bei gleichzeitiger Winzigkeit – eine weitere Ähnlichkeit zu den fiesen Viren, dass sich der Teufel menschlicher Körperöffnungen bedient, um als todbringender Parasit seinen Wirt zu befallen, zu verderben und umzubringen. Deswegen – und unter unwissender Vorwegnahme der virologischen Erkenntnisse späterer Zeiten – waren die mit diesen Öffnungen verbundenen Tätigkeiten so verdächtig – und wurden je nach Temperament der Exorzisten und Mode der Zeit dämonologisch priorisiert. Noch heute spucken wir unser Aerosol mit dem unseren Ekel bekundenden: Pfui Teufel! demselben symbolisch entgegen als performativer Mundschutz. Analoges hat Luther auf dem Klo verrichtet und ausführlich berichtet.

Damit dürften schon die wichtigsten Ähnlichkeiten einigermaßen erschöpfend benannt sein, die aber nur die viel größere Unähnlichkeit zwischen Teufel und Viren beleuchtet, insbesondere die für uns Aufgeklärte selbstverständliche Unähnlichkeit zwischen der Existenz der einen und Nicht-Existenz des anderen, bzw. die umgekehrt proportionale Idiotie bei der Leugnung beider. Aber vielleicht liegt da auch ein Irrtum vor: Vielleicht ist es genauso idiotisch den Teufel zu leugnen wie das Virus.

Einer meiner theologischen Lehrer hat uns auf die Frage, ob es den Teufel gäbe, geantwortet, dass er nicht an den Teufel glaube aber sich vor ihm fürchte, und dass dessen Geschäft seit alters die Verharmlosung des Bösen sei und seine Leugnung durch uns genau das wäre, was er sich wohl wünschen würde, wenn es ihn denn gäbe.

Mit der Austreibung des Teufels aus der Theologie – ein selten erfolgreicher Exorzismus! – fehlt uns nun ein Begriff für das Böse und mehr noch ein Symbol für den Bösen und wir halten den Sieg über den Teufel für einen Sieg über das Böse, was aber ein offensichtlicher Irrtum wäre, worüber uns jeden Morgen der Blick in die Zeitung unterrichtet: Böses gibt es reichlich und gerade das Virus, das ja zunächst und für sich eine Naturkatastrophe ist, bietet jede Menge Möglichkeiten das menschliche Böse zu kultivieren: sei es die Verfeinerung unseres rücksichtslosen Egoismus, schön erkennbar in der Impffrage; sei es die Relativierung menschlichen Lebens, wenn etwa reputierliche Wirtschaftsweise fordern, eine gewisse höhere Sterblichkeit zugunsten der Ökonomie hinzunehmen – das könnte beinahe vom Teufel persönlich stammen: lasst die Alten sterben damit es mit der Wirtschaft flutscht! – ; sei es die Verwirrung der öffentlichen Debatte durch chaotische Berichterstattung eines Journalismus, der alles Chaos und Katastrophe nennt, was eigentlich nur Fehler – und vielleicht nicht einmal das – genannt zu werden verdient. Darüber würde sich der Teufel bestimmt freuen, weil Verwirrung zu den Kerngeschäften des Teufels, also des Diabolus gehört – des „Durcheinanderwerfers“ nach dem griechischen Wort „diaballein“ – „durcheinanderwerfen“.

Die Kenntnis des Virus als biologischer Sachverhalt allein widerlegte noch nicht, dass die Pandemie ein Werk des Teufels ist, zumal Erderwärmung, Zerstörung der Urwälder und profitmaximierte Fleischindustrie das Entstehen neuer Viren und also auch des Corona-Virus begünstigt und allesamt auf menschliches Verhalten zurückgehen, für das man früher den Teufel – als es ihn noch gab – verantwortlich gemacht hat. Ohne ihn zerfällt die Suche nach den Ursachen und die Identifikation der Verantwortlichen in ein Puzzle ohne Bild, ohne Struktur und ohne moralische Logik: trotz aller Beteuerungen wird es nach einer Schrecksekunde von ein zwei Jahren wieder so weitergehen wie zuvor. Und das wünschen wir uns ja auch wie nichts sonst: die Rückkehr in die Normalität – unter völlig verwirrter Ausblendung, dass uns genau diese Normalität in genau diese Ausnahmesituation geführt hat. Also doch ein Werk des Teufels?

Dass der Teufel nach seinem Ableben nicht einfach theologisch reanimiert werden kann, erschwert auch unseren Zugang zu unserem Predigttext, in dem nun einmal der Teufel einen prominenten Auftritt hat. Mindestens zwei Nachrichten aber hat der Text für unser postdiabolisches Zeitalter, zuerst die schlechte:

Der Teufel – also für uns Ungläubige das schlechthin Böse – schleicht sich noch in die privatesten Beziehungen, vermag aus einem Freundeskreis einen wahren Teufelskreis machen, zersetzt unsere Verbindungen aus Vertrauen und Liebe. Wie das Virus lebt auch der Teufel von unseren sozialen Kontakten, und wie dieses lässt er sich bisweilen nur durch soziale Distanz aufhalten – so dachten wenigstens die Eremiten früherer Zeiten, die mit ihrem Gang in die Wüsteneinsamkeit auch dem Teufel entfliehen wollten; und so denken wir gelegentlich noch heute, wenn wir meinen, dass nur eine Trennung ehemals Liebender Böses und Böseres verhindern kann; und so wird dann ja auch der Verräter unserer Geschichte später getrennt – hinaus in die Nacht.

Der jesuanische Jüngerkreis wird in unserer Geschichte in irritierender Fremdheit und Offenheit als antikes Symposion geschildert: Der Meister und seine Freunde, darunter der Jünger, den Jesus liebte und dessen literarische Rolle die des Autors des Johannesevangeliums ist, liegen zu Tisch, je zwei auf einer Liege, körperlich näher als wir uns das vorgestellt haben, miteinander tuschelnd und sich gegenseitig die Brocken in den Mund fütternd. Und sogar in diesen heiligen Freundschaftsbund der Liebe und des Glaubens kann der Teufel eindringen. Nichts ist vor ihm sicher, noch nicht einmal der Gottessohn. Auch wir sollten uns nicht zu sicher fühlen. Soweit die schlechte Nachricht, jetzt die gute.

Trotz seiner Gewalt und seiner gewaltigen Macht noch die innigsten Kreise der Liebe zu durchdringen und zu zerstören, kann er doch nicht anders, als dem Willen Gottes zu folgen, der immer stärker bleibt. Selbst die krummen Touren des Teufels – seine Anstiftung zum Verrat der Liebe – müssen zum guten, zum göttlichen Ziel führen. Gott ist offensichtlich nicht so allmächtig, dass er den Teufel einfach wegsperren kann – so wie wir ihn in und mit unserer Vernunft wegzusperren vermeinen; aber Gott ist doch allemal mächtiger als dieser Widersacher. Einzelne – auch viele – infizieren mit seiner Bosheit, das kann er schon; aber Gottes Menschheitsprojekt dauerhaft und nachhaltig in Frage stellen, das kann er nicht. Unsere durchaus gefährdeten, verwundbaren – vulnerablen: noch so ein schönes Wort, dass uns die Seuche lehrt – Gemeinschaften sind stärker als alle möglichen Angriffe: stärker nicht durch Rüstung und Waffen, stärker vielmehr durch die Macht der Liebe und der Gemeinschaft und der Solidarität; stärker also durch ihre Verwundbarkeit und die Bereitschaft die Wunden anderer zu verbinden.

Die teilt Gott mit uns durch seinen Sohn, übrigens nicht erst am Kreuz, auf das wir nun in diesen Wochen zugehen, sondern schon hier und jetzt, wenn er nämlich auch schon seine Sorge und seinen Schmerz mit uns teilt, was da auf ihn zukommt. Wenn es in der Einleitung unserer kurzen Szene heißt: er wurde erregt im Geist , müsste es wörtlich eher heißen er „wurde betrübt im Geist“ in Anlehnung an den 42. Psalm, der hier frei zitiert wird:

„Was betrübst du dich, meine Seele,
und bist so unruhig in mir?
Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken,
dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.“

Aus unseren Wunden erweckt Gott das Wunder neuen Lebens, weiß der Beter und wir können das auch wissen. Amen.

Kirchenvorstandswahl 2021

Am Sonntag, 13. Juni 2021, findet in der Evangelischen Thomaskirchengemeinde die Kirchenvorstandswahl statt. Das Wahllokal im Gemeindehaus, Richard-Wagner-Str. 88, ist am Wahltag von 11.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.

Folgende Kandidatinnen und Kandidaten stellen sich als Team zur Wahl. Erstmals ermöglicht ein neues Kirchengesetz, ein Team zum Wahlvorschlag zu bringen, das gemeinsam gewählt werden kann.

Hier finden Sie nähere Informationen zum Ablauf:

Anfang Mai erhalten Sie eine Wahlbenachrichtigungskarte per Post. Sie zeigt Ihnen, dass Sie in der Wählerkartei der Evangelischen Thomaskirchengemeinde erfasst sind. Sollten Sie eine solche Karte nicht erhalten haben (z.B. weil Sie erst nach dem 25. März zugezogen oder aus einem anderen Grund nicht erfasst sind) können Sie wählen, wenn Sie glaubhaft machen können, dass Sie Mitglied der Gemeinde sind (z.B. durch eine Kopie des Meldeformulars). Wahlberechtigt sind alle, die am Wahltag das 14. Lebensjahr vollendet haben. Sollten Sie am Wahltag verhindert sein, können Sie bis zum 11.6. schriftlich oder mündlich eine Briefwahl im Gemeindebüro beantragen. Sie bekommen dann den Briefwahlschein und Ihren Stimmzettel zugeschickt. Sollten Sie am Wahltag kurzfristig verhindert sein, z.B. wegen Krankheit, bekommen Sie den Briefwahlschein bis 12.00 Uhr beim Wahlvorstand im Wahllokal. Auf jeden Fall muss der Briefwahlschein mit Stimmzettel spätestens bis zum Ende der offiziellen Wahlzeit beim Wahlvorstand eingegangen sein. 

Lebendiger Adventskalender 2020

Eine ökumenische Aktion von St. Mauritius und der Ev. Thomasgemeinde

Die Adventsvespern finden jeweils um 19.00-19.15 Uhr statt.           

Sa, 28.11. Adventsvesper auf dem Kirchplatz von St. Mauritius

 Hedi Seidler

Sa, 5.12.  Adventsvesper auf dem Kirchplatz von St. Mauritius

                  Pastoralreferent Stefan Herok

Sa, 12.12. Adventsvesper vor der Thomaskirche

                  Pfarrer Dr. Klaus Neumann und Akkordeon-Ensemble

Sa, 19.12.  Adventsvesper auf dem Kirchplatz von St. Mauritius

                  Hedi Seidler

So, 20.12. Waldweihnacht der Thomasgemeinde 

                  an der Feldkapelle Beginn: 17.00 Uhr !

                  Gemeindepädagoge Achim Hoock

(Wir bitten Sie, die Waldweihnacht an der Feldkapelle nur mit Voranmeldung und Bestätigung unter Achim.Hoock@ekhn.de zu besuchen. Vielen Dank für Ihr Verständnis.)

Aufgrund der neuen Kontaktbeschränkungen findet unser Lebendiger Adventskalender nun in veränderter Form, auf zweierlei Weise statt: als kurzer Gottesdienst zu den untenstehenden Terminen sowie als Adventslicht-Aktion von Tür zu Tür wie bei einem Staffellauf. Dabei wird unser Adventslicht jeweils von einem unserer Gastgeber zum nächsten getragen und ins Fenster gestellt. Von jeder Weitergabe wird ein Foto auf der Homepage veröffentlicht. 

Die Gastgeber sind: Pfarrer Dr. Klaus Neumann, Pastoralreferent Stefan Herok, Gemeindepädagoge Achim Hoock, Frau Seidler, Frau Wenning, Herr und Frau Schirmer, Familie Bönhof, Familie Neumann, Frau Meine, Frau Blaudow, Frau Giannecchini, Frau Gutzeit, Frau Jaschke, Frau Sünderhauf, Herr Sauer, Herr Grau, Frau Kliegel, Frau Kessler, Frau Jäger und Frau Sassin.

Wir wünschen Ihnen allen eine gesegnete Adventszeit!

Bitte beachten Sie die geltenden Hygienevorschriften:  1,5 m Abstand, mit Maske, nicht singen, und bitte mit eigenem Stift in die Teilnehmerliste eintragen. Änderungen sind jederzeit vorbehalten und werden rechtzeitig in den Schaukästen und auf dieser Homepage angekündigt.

Ökumenische Hubertusandacht an der Feldkapelle

Sonntag, 18. Oktober 2020, 17.00 Uhr

Hubertusandacht. 2019

Mit Pfarrer Dr. Klaus Neumann und Pastoralreferent Stefan Herok

Wie jedes Jahr laden Sie die ev. Thomasgemeinde und der kath. Kirchort St. Mauritius herzlich zur ökumenischen Hubertusandacht ein, die ganz in der Nähe der beiden Kirchen, an einem besonderen Ort in der Natur gefeiert wird: an der Feldkapelle im Tennelbachtal.  Das Parforcehorncorps Jagdschloss Platte unter der Leitung von Karl-Heinz Kliegel begleitet die Andacht mit prächtiger Blasmusik. 

Wir freuen uns, Sie dort zu sehen!

Bitte achten Sie auf einen Abstand von 1,5m zu Ihrem Nachbarn, tragen sich in die Teilnehmerliste ein und tragen Sie einen Mund-Nasen-Schutz. Vielen Dank!

Bei starkem Regen wird die Andacht kurzfristig abgesagt.

Parforcehorncorps Jagdschloss Platte

 

Gemeindefest zum Erntedank Sonntag, 27. September – Update Bilder

Am Sonntagnachmittag, 27.9.2020, feiern wir unser Gemeindefest auf dem baumbestandenen Vorplatz der Thomaskirche und laden Groß und Klein herzlich dazu ein!

15.00 UhrFamiliengottesdienst zum Erntedank

mit Pfarrer Dr. Klaus Neumann und Gemeindepädagoge Achim Hoock

Der Altar mit Früchten

ca. 16.00 Uhr – Open air-Klavierkonzert bei Kuchen und Getränken

Gabriela Blaudow und Alesja Herb spielen vierhändig Feurig-Virtuoses von Brahms, Dvoràk und Liszt und schwungvolle Stücke aus Jazz und Moderne.

Gabriela Blaudow und Alesja Herb (vorne) am Flügel

ab 17.00 UhrGrillen und Ausklang

Bitte beachten Sie die geltenden Hygieneregeln vor Ort und bringen einen Mund-Nasen-Schutz mit.

Johannes Brahms’ “Schicksalslied” nach Friedrich Hölderlin

Das Jahr 2020 kennt neben Beethoven noch einen weiteren großen Jubilar. Vor 250 Jahren, am 20. März 1770, wurde Friedrich Hölderlin geboren, einer der größten deutschen Dichter – zu seiner Zeit nur von wenigen erkannt und erst im 20. Jahrhundert rezipiert, etwa von nicht weniger als 20 Komponisten. Von der strengen Mutter für das evangelische Pfarramt vorgesehen, konnte sich Hölderlin nie dazu durchringen. Die Poesie galt ihm alles. Als hochgebildeter, von der griechischen Antike faszinierter „Sprachkünstler” erneuerte er die traditionellen Gedichtformen und schuf in seinem Roman “Hyperion”, in seinen Hymnen, Oden und Elegien einen bis dahin ungekannten Ton von hohem Pathos und außergewöhnlicher Musikalität. Selbst wenn man seine Gedichte nicht kennt, hat man vielleicht schon von seiner bewegten Biografie, seiner tragischen Liebe zu Suzette, der Frau des Frankfurter Bankiers Gontard, oder vom Tübinger “Hölderlin-Turm” gehört, wo der an einer schweren Psychose erkrankte Dichter von 1806 bis zu seinem Tod 1843 bei einer Schreinerfamilie untergebracht war und von ihr gepflegt wurde. Einen guten Einstieg in Hölderlins Welt bietet z.B. das “Schicksalslied” für Chor und Orchester von Johannes Brahms. In seiner Schönheit und Dramatik erinnert das im Sommer 1868 begonnene Werk an Brahms’ Deutsches Requiem von 1867. Die emotionale Fallhöhe des Gedichts aus “Hyperion” setzt der Komponist in einen quasi lichtdurchfluteten, schwebenden ersten Teil und einen stürmischeren, düsteren zweiten Teil um. Beim dritten Teil, der Wiederholung des sanften Anfangs, war sich Brahms auch noch nach der Uraufführung 1871 unschlüssig. Er beließ es dabei. Das Gedicht endet in Verzweiflung – die Musik aber sollte, wie das Requiem, mit der Hoffnung ausklingen.

Anne Sophie Meine

Schicksalslied
aus Hölderlins Roman “Hyperion oder
der Eremit in Griechenland” (1797/99)

Ihr wandelt droben im Licht
Auf weichem Boden, selige Genien!
Glänzende Götterlüfte
Rühren euch leicht,
Wie die Finger der Künstlerin
Heilige Saiten.
Schicksallos, wie der schlafende
Säugling, atmen die Himmlischen;
Keusch bewahrt
In bescheidener Knospe,
Blühet ewig
Ihnen der Geist,
Und die seligen Augen
Blicken in stiller
Ewiger Klarheit.
Doch uns ist gegeben,
Auf keiner Stätte zu ruhn,
Es schwinden, es fallen
Die leidenden Menschen
Blindlings von einer
Stunde zur andern,
Wie Wasser von Klippe
Zu Klippe geworfen,
Jahr lang ins Ungewisse hinab.

Mehr zu Hölderlin unter www.hoelderlin2020.de: mit vielen interessanten Texten, (virtuellen) Ausstellungen, Gesprächen und Radio-Podcasts.
Lyrik-CD: Friedrich Hölderlin: Gedichte. Mit Mathias Wiemann. SWR2 Lesung
1947/1956, SWR edition 2013.
Musik-CD: J. Brahms: Werke für Chor und Orchester, u.a. Danish National Choir & SO, Gerd Albrecht, Chandos 2004.