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Thomaskirche geöffnet

Wir freuen uns, wieder mit Ihnen Gottesdienst zu feiern!

Ab Juni feiern wir wieder zur gewohnten Zeit in der Thomaskirche um 10.00 Uhr (bzw. Familiengottesdienste um 11.00 Uhr).

Der Kirchenvorstand hat ein Sicherheitskonzept beschlossen, dem wir alle folgen müssen. Dazu gehört:

  • Bitte nehmen Sie den Sitz ein, der Ihnen vom Kirchenvorsteher gezeigt wird. Nur die Plätze, auf denen ein Gottesdienstblatt liegt, können belegt werden.
  • Bitte behalten Sie Ihre Maske während des Gottesdienstes auf.
  • Bitte halten Sie auch beim Ein- und Ausgang einen Abstand zu anderen Gottesdienstbesuchern von mindestens 2 Metern.
  • Bitte singen Sie bei den „Liedern ohne Worte“ nicht mit. Singen ist leider nicht erlaubt.
  • Bitte notieren Sie nach dem Gottesdienst Ihren Namen und Ihre Anschrift auf diesen Zettel und lassen Sie ihn auf Ihrem Platz liegen. (Wir sammeln die Blätter, verschließen sie in einem Umschlag und bewahren sie etwa drei Wochen auf für den unwahrscheinlichen Fall, dass eine Infektion dokumentiert werden muss.)

Wir danken Ihnen für die Beachtung und für Ihr Verständnis!

Der Kirchenvorstand der ev. Thomaskirchengemeinde

Predigttext für den Ewigkeitssonntag, 22.11.2020

Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr.

Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.

Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.

Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiß!

Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

Wer überwindet, der wird es alles ererben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein. (Offenbarung des Johannes 21,1-7)

Am Ende einen neuen Anfang erkennen. Im Tod das Leben sehen. In dieser Zeit Gottes Ewigkeit wahrnehmen.

In der Vision des Propheten Johannes, die wir heute als Predigttext zu bedenken haben, überwältigen die außerordentlich starken und lebendigen Bilder.

Die Welt vergeht und wird neu. Daß unsere Welt ein Ende haben wird, gehört ja zu den eher neueren Erkenntnissen der Naturwissenschaft. Hier wird sie in einer prophetischen Vision vorweggenommen – und gleichzeitig aufgehoben in Gottes Zusage und unsere Hoffnung, dass es eine neue, ganz andere Welt geben wird – durch Gott.

Die geheimnisvolle Wendung “Meer” bezieht sich übrigens auf die antike Vorstellung eines himmlischen Meeres, eines gläsernen Daches über der Erde, das Himmel und Erde voneinander trennt. Diese Trennung zwischen Himmel und Erde gibt es in Gottes Neuschöpfung nicht mehr.

Das Himmlische Jerusalem kommt auf die Erde. Die Heilige Stadt wird neu entstehen. Das war damals sicherlich historisch-politisch gemeint, da ja das Jerusalem der damaligen Zeit – also zu der Zeit des Propheten Johannes – nur mehr ein Ruinenhaufen war. Aber auch wir dürfen an die gegenwärtigen Zustände im Heiligen Land denken. Mit der Ewigkeit verknüpft sich die Hoffnung auf ein friedliches und schöpferisches Zusammenleben der Menschen, auf Heimat für alle.

Und außerdem steht Jerusalem als ideale Stadt für menschliche Kultur, für Bildung, für Kunst und Musik: „Jerusalem du hochgebaute Stadt, ich wollt ich wär´ in dir!“

Gott wird bei den Menschen wohnen. Die Trennung zwischen Himmel und Erde ist aufgehoben. Wir werden die unmittelbare Gegenwart des ganzen ungeteilten Daseins erleben – wie es ein Freund des großen Theologen Schleiermacher formuliert hat. In allen visionären Beschreibungen von Gottes Ewigkeit für uns wird deutlich, dass das ewige Leben keine Verlängerung des irdischen Lebens ist. Wir gehen nicht irgendwohin, in kein Licht und keine Dunkelheit, wir werden nicht einfach verändert – sondern im Tod und durch den Tod hindurch, in dem wir ganz und gar vergehen, sind wir bewahrt bei Gott. Es ist keine menschliche Qualität, keine Eigenschaft in uns, auch keine unsterbliche Seele, wie die Griechen glaubten, die uns ewig leben ließe – sondern nur und ausschließlich Gott selbst. In ihm werden wir leben; die unmittelbare Gegenwart des ganzen ungeteilten Daseins erleben. Das erste ist vergangen. Siehe ich mache alles neu, spricht Gott.

Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen. Das ist für mich das stärkste und tröstlichste aller Bilder des Johannes. In allem Weltgeschehen, in allem Weltvergehen und Neuschaffen, übersieht Gott unsere Tränen nicht. Wir weinen nicht umsonst. Wir bleiben nicht ungetröstet. Bei allem Großen, was Gott verrichtet, vergißt er die Kleinen nicht, nicht uns Menschen. Denn auch wenn wir an Gott glauben, auch wenn wir auf Gottes ewiges Leben hoffen, auch wenn wir unsere Verstorbenen bei Gott wissen – und wer könnte das so stark, und so fest und so unbeirrt, dass es da nicht auch Zeiten der Unsicherheit, der Anfechtung, des Zweifels geben würde:

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen – auch wenn wir also an Gottes ewiges Leben glauben und uns darauf – eigentlich – für uns selbst und unsere Lieben freuen können, auch dann bleibt der Schmerz über die Trennung, die Trauer über den Abschied, der Verlust von Gemeinsamkeit, auch dann bleiben unsere Tränen. Auch die, liebe Gemeinde, wird Gott abwischen.

Johannes, der Prophet, den wir uns als theologischen Freund des Evangelisten Johannes vorstellen können, hat in diesen und in einer Fülle von anderen Bildern der christlichen Hoffnung auf das ewige Leben bei Gott einen Ausdruck gegeben:

Der neue Himmel und die neue Erde,

Das neue Jerusalem,

Gottes Wohnung bei uns Menschen,

Sein liebevolles Abwischen unserer Tränen,

Mit diesen Bildern sollen wir unsere Vorstellungskraft bereichern, um uns das nicht Sichtbare, das nicht Erfahrbare und letztlich nicht Vorstellbare eben doch – annäherungsweise -vorstellen zu können.

Diese Bilder sind uns gegeben damit wir nicht bei dürren theologischen Begriffen bleiben müssen – und seien sie auch noch so gültig wie der von der unmittelbaren Gegenwart des ganzen, ungeteilten Daseins. Nicht jeder muß sich für solche Begriffe begeistern, aber wer würde nicht verstehen, worum es geht, wenn er das Bild – das mütterliche Bild – vor sich hat, dass unsere Tränen abgewischt werden.

Diese Bilder des Johannes sind wahr. Sicherlich in anderer Weise wahr als Erfahrungswissen und mathematische Formeln wahr sind.

Sie sind wahr, weil sie sich als gültiger Ausdruck unserer Hoffnung erwiesen haben.

Sie haben sich in der Konkurrenz der Bilder durchgesetzt – als lebensfreundlich und lebensfördernd. Es gibt ja – wie wir wissen auch ganz andere Vorstellungen vom Jenseits, die eher Lebensverachtung und Lebensfeindschaft verbildlichen, oder sogar Gewalt und Dominanz beinhalten.

Die Bilder des Johannes sind überdies auch wahr, insofern sie mit dem übereinstimmen, was wir sonst von Gott wissen dürfen, dem Gott des Lebens und der Liebe. So ist der liebende Gott, dass er unsere Tränen abwischt, uns ein neues Zuhause gibt uns niemals loslässt.

Eine endgültige Bewahrheitung dieser Bilder steht allerdings noch aus. Die werden wir – so Gott will – erleben. Schon jetzt dürfen wir darauf hoffen.

Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.

Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu!

Am Ende einen neuen Anfang erkennen. Im Tod das Leben sehen. In dieser Zeit Gottes Ewigkeit wahrnehmen.

In ihm sei´s begonnen,/ der Monde und Sonnen/an blauen Gezelten/ des Himmels bewegt!

Du Vater, du rate,/ lenk du und wende!

Herr, Dir in die Hände/ sei Anfang und Ende,/ sei alles gelegt. (Eduard Mörike)

Amen.

Lebendiger Adventskalender 2020

Eine ökumenische Aktion von St. Mauritius und der Ev. Thomasgemeinde

Auch in diesem Jahr laden wir herzlich zu unserem Adventskalender ein, diesmal in vereinfachter Form als kurze Adventsandacht mit Geschichten, Gebeten und Gedichten, mit Musik und Kerzen, jeweils von 19.00 bis 19.15 Uhr auf einer freien Fläche in der Nachbarschaft unserer beiden Kirchen.

Bitte beachten Sie die geltenden Hygienevorschriften: nur im Freien, 1,5 m Abstand, mit Maske, nicht singen, essen oder trinken und bitte mit eigenem Stift in die Teilnehmerliste eintragen. Änderungen sind jederzeit vorbehalten und werden rechtzeitig in den Schaukästen und auf dieser Homepage angekündigt. Aktuelle Informationen unter Tel. 0162.7474131

Sa, 28.11. Adventsvesper auf dem Kirchplatz von St. Mauritius

                  Frau Seidler

So, 29.11.  Kirchplatz von St. Mauritius

                  Frau Wenning

Mi, 2.12.    Schumannstr. 21

                  Herr und Frau Schirmer

Fr, 4.12.     Garageneinfahrt gegenüber der Königstuhlstr. 10

                  Familie Bönhof

Sa, 5.12.    Adventsvesper auf dem Kirchplatz von St. Mauritius

                  Pastoralref. Stefan Herok

So, 6.12.    Vor dem Pfarrhaus Richard-Wagner-Str. 88 

                  Familie Neumann

Di, 8.12.     Vorplatz der Thomaskirche

                  Frau Meine und Frau Blaudow

Mi, 9.12.    vor dem Fresenius-Denkmal

(Freseniusstr./ Ecke Thomaestr. am Anfang der Grünanlage)

                  Frau Giannecchini

Do, 10.12. Humperdinckstr. 1

                  Frau Gutzeit

Fr, 11.12.   Meyerbeerstr. 2

                  Frau Jaschke

Sa, 12.12. Adventsvesper vor der Thomaskirche

                  Pfarrer Dr. Neumann und Frau Blaudow

So, 13.12.  Thomaestr. 3

                  Frau Blank

Mo, 14.12. Rößlerstr. 7

                  Frau Sünderhauf

Mi, 16.12.   Walter-Gieseking-Str. 9

                  Herr Grau und Herr Sauer

Do, 17.12. Kirchplatz von St. Mauritius

                  Frau Kliegel und Frau Kessler

Fr, 18.12.   Vorplatz der Thomaskirche

                  Frau Jäger

Sa, 19.12.  Adventsvesper auf dem Kirchplatz von St. Mauritius

                  Frau Seidler

So, 20.12. Waldweihnacht der Thomasgemeinde 

                  an der Feldkapelle 17.00 Uhr

                  Gemeindepädagoge Achim Hoock

Mo, 21.12. Kindergartenhof

                  Frau Sassin

Ökumenische Hubertusandacht an der Feldkapelle

Sonntag, 18. Oktober 2020, 17.00 Uhr

Hubertusandacht. 2019

Mit Pfarrer Dr. Klaus Neumann und Pastoralreferent Stefan Herok

Wie jedes Jahr laden Sie die ev. Thomasgemeinde und der kath. Kirchort St. Mauritius herzlich zur ökumenischen Hubertusandacht ein, die ganz in der Nähe der beiden Kirchen, an einem besonderen Ort in der Natur gefeiert wird: an der Feldkapelle im Tennelbachtal.  Das Parforcehorncorps Jagdschloss Platte unter der Leitung von Karl-Heinz Kliegel begleitet die Andacht mit prächtiger Blasmusik. 

Wir freuen uns, Sie dort zu sehen!

Bitte achten Sie auf einen Abstand von 1,5m zu Ihrem Nachbarn, tragen sich in die Teilnehmerliste ein und tragen Sie einen Mund-Nasen-Schutz. Vielen Dank!

Bei starkem Regen wird die Andacht kurzfristig abgesagt.

Parforcehorncorps Jagdschloss Platte

 

Gemeindefest zum Erntedank Sonntag, 27. September – Update Bilder

Am Sonntagnachmittag, 27.9.2020, feiern wir unser Gemeindefest auf dem baumbestandenen Vorplatz der Thomaskirche und laden Groß und Klein herzlich dazu ein!

15.00 UhrFamiliengottesdienst zum Erntedank

mit Pfarrer Dr. Klaus Neumann und Gemeindepädagoge Achim Hoock

Der Altar mit Früchten

ca. 16.00 Uhr – Open air-Klavierkonzert bei Kuchen und Getränken

Gabriela Blaudow und Alesja Herb spielen vierhändig Feurig-Virtuoses von Brahms, Dvoràk und Liszt und schwungvolle Stücke aus Jazz und Moderne.

Gabriela Blaudow und Alesja Herb (vorne) am Flügel

ab 17.00 UhrGrillen und Ausklang

Bitte beachten Sie die geltenden Hygieneregeln vor Ort und bringen einen Mund-Nasen-Schutz mit.

Johannes Brahms’ “Schicksalslied” nach Friedrich Hölderlin

Das Jahr 2020 kennt neben Beethoven noch einen weiteren großen Jubilar. Vor 250 Jahren, am 20. März 1770, wurde Friedrich Hölderlin geboren, einer der größten deutschen Dichter – zu seiner Zeit nur von wenigen erkannt und erst im 20. Jahrhundert rezipiert, etwa von nicht weniger als 20 Komponisten. Von der strengen Mutter für das evangelische Pfarramt vorgesehen, konnte sich Hölderlin nie dazu durchringen. Die Poesie galt ihm alles. Als hochgebildeter, von der griechischen Antike faszinierter „Sprachkünstler” erneuerte er die traditionellen Gedichtformen und schuf in seinem Roman “Hyperion”, in seinen Hymnen, Oden und Elegien einen bis dahin ungekannten Ton von hohem Pathos und außergewöhnlicher Musikalität. Selbst wenn man seine Gedichte nicht kennt, hat man vielleicht schon von seiner bewegten Biografie, seiner tragischen Liebe zu Suzette, der Frau des Frankfurter Bankiers Gontard, oder vom Tübinger “Hölderlin-Turm” gehört, wo der an einer schweren Psychose erkrankte Dichter von 1806 bis zu seinem Tod 1843 bei einer Schreinerfamilie untergebracht war und von ihr gepflegt wurde. Einen guten Einstieg in Hölderlins Welt bietet z.B. das “Schicksalslied” für Chor und Orchester von Johannes Brahms. In seiner Schönheit und Dramatik erinnert das im Sommer 1868 begonnene Werk an Brahms’ Deutsches Requiem von 1867. Die emotionale Fallhöhe des Gedichts aus “Hyperion” setzt der Komponist in einen quasi lichtdurchfluteten, schwebenden ersten Teil und einen stürmischeren, düsteren zweiten Teil um. Beim dritten Teil, der Wiederholung des sanften Anfangs, war sich Brahms auch noch nach der Uraufführung 1871 unschlüssig. Er beließ es dabei. Das Gedicht endet in Verzweiflung – die Musik aber sollte, wie das Requiem, mit der Hoffnung ausklingen.

Anne Sophie Meine

Schicksalslied
aus Hölderlins Roman “Hyperion oder
der Eremit in Griechenland” (1797/99)

Ihr wandelt droben im Licht
Auf weichem Boden, selige Genien!
Glänzende Götterlüfte
Rühren euch leicht,
Wie die Finger der Künstlerin
Heilige Saiten.
Schicksallos, wie der schlafende
Säugling, atmen die Himmlischen;
Keusch bewahrt
In bescheidener Knospe,
Blühet ewig
Ihnen der Geist,
Und die seligen Augen
Blicken in stiller
Ewiger Klarheit.
Doch uns ist gegeben,
Auf keiner Stätte zu ruhn,
Es schwinden, es fallen
Die leidenden Menschen
Blindlings von einer
Stunde zur andern,
Wie Wasser von Klippe
Zu Klippe geworfen,
Jahr lang ins Ungewisse hinab.

Mehr zu Hölderlin unter www.hoelderlin2020.de: mit vielen interessanten Texten, (virtuellen) Ausstellungen, Gesprächen und Radio-Podcasts.
Lyrik-CD: Friedrich Hölderlin: Gedichte. Mit Mathias Wiemann. SWR2 Lesung
1947/1956, SWR edition 2013.
Musik-CD: J. Brahms: Werke für Chor und Orchester, u.a. Danish National Choir & SO, Gerd Albrecht, Chandos 2004.

Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist

Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes und dein Recht wie die große Tiefe. Herr, du hilfst Menschen und Tieren. Wie köstlich ist deine Güte, Gott, daß Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben! Sie werden satt von den reichen Gütern deines Hauses, und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem Strom. Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht. (aus Psalm 36).

Mein Lieblingspsalm spricht und singt von der alles umfassenden Gnade Gottes, der Leben und immer mehr und neues Leben schenkt. Ich spreche ihn bei den meisten Tauf- und Traugottesdiensten, die in besonderer Weise Feste des Lebens sind, das Leben feiern, und spreche ihn auch sonst gern, und denke an ihn in der Natur, am Meer, in den Bergen, unter weitem Himmel: Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist. Auch in diesem Jahr ist das so, in dem so vieles anders ist oder doch anders scheint. Eindringlich, vielleicht eindringlicher als sonst oft vermittelt die Seuche die Zerbrechlichkeit unseres menschlichen Lebens; aber wer einmal ernsthaft krank war oder einen Sterbenden begleitet hat, wusste das eigentlich schon vorher, dass wir zerbrechlich, dass wir sterblich sind; das wussten ja schon die alten Griechen, die die Menschen die „Sterblichen“ nannten und in der Bibel steht es natürlich auch: Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden (Psalm 90,12).

Auch unsere Psalmverse wissen davon, deuten das an, wenn von Hilfe, von Zuflucht, von Licht die Rede ist: Hilfe wovor, Zuflucht wohin, Licht in der Dunkelheit? Ohne diese Tiefendimension, ohne den Schatten über dem Bild, das der Psalm zeichnet, wäre es bloß Kitsch, ein alberner Schlager oder leerer Trivialroman. Der könnte uns allenfalls betäuben, aber nicht erheben, was er doch tut. Menschliches Leben ist hilfsbedürftig, braucht Zuflucht und Schutz, sucht Orientierung, wenn es geht, Orientierung am Licht des Lebens, damit wir nicht im Dunkeln herumirren. Zerbrechlichkeit und Sterblichkeit kränken unseren Anspruch auf Autonomie, wieso es nur folgerichtig, aber absurd ist, dass viele Menschen und mittlerweile sogar das meistens doch ganz vernünftige Bundesverfassungsgericht den selbstgewählten Tod – also die definitive Negation von Autonomie – für den letzten Test und entscheidenden Ausdruck menschlicher Selbstbestimmung halten.

(Dass wir diesem Urteil des Gerichts weniger als die notwendige Beachtung und Kritik zuwenden, gehört zu den Kollateralschäden der Seuche, die alle Aufmerksamkeit auf sich zieht.) Das Leben aktiv zu beenden oder dabei zu helfen, darf nicht für staatliche oder ärztliche Pflicht gehalten werden, sondern vielmehr die Fürsorge der Lebenden für die Sterbenden. (Und dass in Zeiten der Seuche so viele Menschen unbegleitet und ungetröstet sterben mussten, das ist allerdings ihr größter Schaden.)

So wie Religion möglicherweise im Bestattungskult einen Ursprung hat, so lässt sich – glaube ich – umgekehrt unser Sterben nicht ohne den Glauben denken und ertragen. Mit dem Leben hat uns Gott das Sterben gegeben, leben können heißt sterben müssen (was hier religiös gemeint ist, aber auch biologisch stimmt.) Unsere Aufgabe als Menschen, unsere Lebensaufgabe besteht darin, das Geschenk unseres Lebens anzunehmen – zu feiern! – und dabei dem, der uns das Leben gab, so zu vertrauen, dass wir es loslassen können, wenn er es uns wieder nimmt. Nicht zufällig bildet der Himmel den Ort ab, an den uns Gott nach dem Tod führt: Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist – viel weiter, als wir uns das denken können.

Klaus Neumann, Pfarrer

Ökumenischer Freiluft-Gottesdienst zum Tag des Apostels Thomas am 3. Juli 2020 – Update Bilder

Die Ev. Thomasgemeinde und der kath. Kirchort St. Mauritius laden Sie herzlich ein zum ökumenischen Freiluft-Gottesdienst zum Tag des Apostels Thomas am Freitag, 3. Juli 2020, um 20.00 Uhr vor der Thomaskirche.

Mit Pfarrer Dr. Klaus Neumann und Pastoralreferent Stefan Herok

Gabriela Blaudow am Klavier

Nachdem sich unser Johannisgottesdienst am 20. Juni solch großen Zuspruchs erfreut hat, möchten wir die Reihe der sommerlichen Freiluft-Gottesdienste gerne fortsetzen! Am 3. Juli geht es um den Namensgeber der Thomaskirche.

Bitte tragen Sie einen Mund-/Nasenschutz. Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Bei Regen wird der Gottesdienst kurzfristig abgesagt.

Ökumenische Pilgerwanderung am Samstag, 13. Juni 2020 – Update Bilder

Bilder der Wanderung

Eine unserer Veranstaltungen, die wir vor der Corona-Zeit angekündigt hatten, musste nicht abgesagt werden und kann also stattfinden – vorausgesetzt, wir halten genügend Abstand zueinander: Zur ökumenischen Pilgerwanderung der Thomasgemeinde und St. Mauritius laden wir Sie herzlich ein!

Wir treffen uns am Samstag, 13. Juni 2020, um 9.00 Uhr am Kloster Klarenthal und wandern auf abwechslungsreichen Wegen in schöner Natur bis zum Kloster Eberbach.

Postkarte vom Kloster Klarenthal – © Virtuelles Stadtteilmuseum Wiesbaden-Klarenthal
Kloster Eberbach

Die Rückfahrt ist individuell mit Bus und Bahn. Gute Kondition und festes Wanderschuhwerk sind erforderlich. Die Wanderung dauert mehrere Stunden und führt über einige hundert Höhenmeter. Bei schlechtem Wetter (Dauerregen, Gewitter, Sturm) fällt die Pilgerwanderung aus.

Wir freuen uns auf die gemeinsame Wanderung!

Pfarramt der Thomasgemeinde: Tel. 0611. 52 35 46